Mängel und Unstimmigkeiten

Im veröffentlichten Prozessprotokoll finden sich viele Mängel und Unstimmigkeiten. Der augenscheinlichste Fehler liegt in der – in der deutschen Übersetzung des Prozessbuchs bereits revidierten – Angabe eines falschen Geburtsdatums durch Rajk bei der Aufnahme seiner Personalien.(1) Doch nicht nur inhaltliche Inkorrektheiten und die bewusst ungenaue Benennung betreffender Tages- oder Ortsangaben sind festzustellen, sondern auch in der Prozessführung und im Prozessablauf selbst liegende Ungereimtheiten. Ebendiese werden sowohl aus den eigenen, das bedeutet aus den Reihen sowjetischer Prozessbeobachter, bemängelt,(2) als auch von der gegnerischen, das heißt insbesondere von jugoslawischer Seite kritisiert und als Beweis der Unwahrheit für die Darstellungen angeführt.(3)

Durch die sowjetischen Beobachter wurde sowohl positive als auch negative Kritik am Rajk-Prozess geübt. Affirmativ hervorgehoben wurden etwa die überzeugenden Geständnisse der Angeklagten. Beanstandet wurde, den Beschuldigten, gerade Rajk, sei wiederholt die Möglichkeit gegeben worden, politische Argumentationen herbeizuführen und die Gesprächsleitung zu übernehmen. Die Mitglieder des Gerichts hingegen, insbesondere der vorsitzende Richter Dr. Jankó, hätten sich zu passiv verhalten. Hauptkritikpunkt der sowjetischen Berichterstatter war jedoch, ein durchschnittlicher Mensch habe denken können, die Gerichtsverhandlung sei eine Theateraufführung.(4)

Ein heimliches ZeichenEin heimliches Zeichen

Szönyi und RájkSzönyi und Rájk

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