In Presse, Radio und Film

Die Beeinflussung der öffentlichen Meinung durch Propaganda und Agitation war ein wichtiger Stützpfeiler der stalinistischen Machtsicherung. Während des Prozesses wurde versucht, die Bevölkerung über die Massenmedien umfassend zu erreichen.

Die Presseberichterstattung gegen die vermeintlichen Verschwörer um László Rajk lief bereits kurz nach dessen Verhaftung am 30. Mai 1949 an. Die Artikel reihten sich nahtlos in eine bereits laufende antititoistische Pressekampagne ein, die seit Monaten die öffentliche Atmosphäre bestimmte. Teile der Bevölkerung traten denn auch nach außen dementsprechend auf: Schon vor der eigentlichen Anklageschrift und dem Prozess selbst kam es zu offenen Forderungen nach der Todesstrafe.(1)

Die Berichterstattung in der Parteizeitung Szabad Nép („Freies Volk“) war umfassend. Sowohl die Anklageschrift als auch das Urteil wurden im Wortlaut abgedruckt.(2) Weitere Schwerpunkte neben der Wiedergabe und Kommentierung der Prozessaussagen bildeten die ausführliche Dokumentation der weltweiten Reaktionen auf den Prozess sowie der Abdruck zahlreicher Lesermeinungen und Stimmungsberichte. Damit die Presse am Folgetag aktuell und vollständig berichten konnte, wies Rákosi den vorsitzenden Richter Jankó an, die Verhandlung jeweils spätestens um 15 Uhr zu vertagen.

Die Verhandlung wurde live auf Tonband mitgeschnitten und zeitversetzt am Abend im ungarischen Radiosender Kossuth Rádió übertragen. So konnten möglichst viele Hörer nach Feierabend den Fortgang verfolgen.

Im Prozess wurde offenbar auch gefilmt(3) – Verwendung und Verbleib des Filmmaterials liegen aber bis heute im Dunkeln. Die Kinowochenschau zeigte keine Bilder aus der Verhandlung. 1961 erteilte János Kádár, der damalige Generalsekretär der MDP, den geheimen Befehl, sämtliches auffindbares Filmmaterial zu vernichten.

1952 entstand das Drehbuch zu einem geplanten Spielfilm über die „Rajk-Pálffy-Verschwörung“.(4) Nach dem Tod Stalins im März 1953 wurde das Projekt jedoch nicht weiter verfolgt.

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