Lászlo Rajk

Im Mai 1949 hält László Rajk eine Lobrede auf Stalin und dessen „besten Schüler“ Rákosi.(1) Sie spiegelt Rajks Gesinnung als überzeugter Stalinist wider. Er befolgte die sowjetisch orientierte Linie der ungarischen Politik bis zu seiner Liquidierung vollkommen.

1930 trat Rajk in die illegale kommunistische Partei ein. Er kämpfte im Spanischen Bürgerkrieg im Rákosi-Bataillon der Internationalen Brigaden. 1945 wurde er ZK-Mitglied der kommunistischen Partei in Ungarn. Von 1946 bis 1948 hatte er den Posten des Innenministers inne, bis zu seiner Verhaftung im Mai 1949 war Rajk Außenminister.

Mit Mátyás Rákosi, Ernő Gerő, Mihály Farkas und József Révai gehörte Rajk zur obersten Parteiführung. Jene vier waren aus dem Moskauer Exil gekommen, als Agenten des sowjetischen Geheimdienstes. Rajk wurde als Einheimischer lediglich bedingt akzeptiert. Als aus Moskau die Forderung nach einem Schauprozess erfolgte, in welchem Tito und der „Titoismus“ verdammt werden sollten, wurde Rajk als Kopf der inszenierten Verschwörung instrumentalisiert.

Geschichtsfälschung ist Bestandteil der „Bearbeitung“ der Opfer. Der Umgang mit unerwünschten Personen sah nicht nur ihre physische Vernichtung vor, sondern auch die Verfälschung ihrer politischen Biografie. Rajk sollte als ein von Beginn an illoyaler Verräter des Sozialismus gebrandmarkt werden. Daher erzählt das Drehbuch zum Rajk-Prozess eine andere, neue Geschichte: Rajk sei 1931 als Spitzel in die Horthy-Polizei eingegliedert worden. Von da an seien seine politischen Aktivitäten durchweg mit Berichterstattungen an die jugoslawischen, französischen, englischen und amerikanischen Geheimdienste verwoben gewesen.

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