Rezeption im Comic

Der anonym gezeichnete Comic The Truth Behind the Trial of Cardinal Mindszenty wurde 1949 in St. Paul, Minnesota durch die katholische Organisation Catechetical Guild Educational Society (CGES) veröffentlicht. Er behandelt den Zeitraum vor und um den Prozess gegen Kardinal József Mindszenty in Budapest und verarbeitet diesen zu einer Bildgeschichte. Die CGES geht auf Louis A. Gales zurück, einem Priester, der die Organisation Mitte der 20er-Jahre zunächst als Cooperative Guild gegründet hatte und sie später umbenannte.(1)

Folgende Geschichte erzählt der Comic: Der damalige Primas von Ungarn genoss großen Einfluss in der Gesellschaft. Diesen suchte die kommunistische Führung zu vermindern, indem sie sowohl gegen seine Person vorging als auch per Gesetz jene Schulen verstaatlichte, die im Besitz der Kirche standen. Dabei stießen sie auf den Widerstand des ungarischen Episkopats. Durch Pressekampagnen, die Bewachung des Kardinals und seiner Freunde sowie geplanter „spontaner“ Demonstrationen sollte eine Opposition gegen Mindszenty aufgebaut werden. Weiter wurde dem Kardinal unterstellt, er würde Handel auf dem Schwarzmarkt treiben und ein US-amerikanischer Spion sein. Dem Primas wurde aus Beraterkreisen empfohlen, das Land zu verlassen, da man annahm, dass Kommunisten durch die Verabreichung von Drogen und die Anwendung von Foltermethoden jeden zum Reden bringen könnten. Nachdem der Würdenträger schließlich verhaftet worden war, initiierte die Regierung eine weitere Kampagne: Es sollte in den Schulen eine Petition unterschrieben werden, die die Todesstrafe verlangte. Lediglich dreiviertel der Schüler unterzeichneten das Papier; die Propaganda allerdings verkündete, dass alle unterschrieben hätten.(2) Es kam schließlich zum Prozess, indem sich der Kardinal gleich zur Eröffnung schuldig bekannte und im späteren Verlauf eine lebenslange Haftstrafe erhielt.

Der Plot des katholischen Comic vertritt, dass es einen weltweiten Plan der kommunistischen Partei gebe, um sich der Kirche zu entledigen.(3) Die klar erkennbare katholische Tendenz ist nicht nur in der Geschichte an sich erkennbar, sondern vor allem am Anfang und am Ende des Comics.(4) Dieser beginnt mit einem kurzen Vorwort, das mit dem Titel “Read this First!” gekennzeichnet ist und sich gegen den Kommunismus richtet, wobei der Prozess gegen Mindszenty als weltweite Kampagne der Kommunisten gegen die Religion propagiert wird.(5) Am Ende der im Comic erzählten Geschichte steht ein Schlusswort unter dem Titel „And this is not the End“. Es stellt eine Fundamentalkritik am Kommunismus dar und hebt im Kontrast dazu die Beständigkeit der Kirche als Institution hervor. In seiner Gesamtheit zeigt der Comic dadurch nicht nur den Mindszenty-Prozess aus der Perspektive eines US-amerikanischen christlich geprägten Verlages; es geht auch um den Kommunismus als solches, in dem die Herausgeber die Wurzel allen Übels sehen.

Titelseite des ComicheftsThe Truth

Read this first, Auszug aus dem ComicheftRead this first

Der PlanDer Plan

Ein Brief MindszentysEin Brief

Auftritt: Der Papst, Auszug aus dem ComocheftAuftritt: Der Papst

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