SED: Lehren aus dem Prozess

In den SED-Dokumenten über den Slánský-Prozess wird vermittelt, warum dieser Prozess auch für die Bürger der DDR von Interesse ist. Die Verschwörer, so das Narrativ, haben mit den feindlichen kapitalistischen Staaten zusammengearbeitet. Die USA und Großbritannien werden in diesem Zusammenhang explizit genannt. Diese Kollaboration war für die DDR aus der Perspektive der SED nicht nur deshalb bedrohlich, weil hier zwei Wirtschaftssysteme konkurrierten(1), sondern auch, weil die USA letztlich auf einen Krieg hinarbeiteten.(2)

Als Konsequenz für die DDR nennt Hermann Matern, Mitglied des SED-Politbüros und Chefideologe der Partei, die Notwendigkeit zu erhöhter Wachsamkeit. Innerparteiliche Selbstkritik sei sehr wichtig.(3) Matern betont zudem „die für die Partei so wichtige Kritik von unten“.(4)

Für den Literaturwissenschaftler und Kriegsrückkehrer jüdischer Herkunft Hans Mayer ist der Slánský-Prozess nur ein Mosaikstein des Gesamtbildes seines Lebens in der DDR. „Ein Deutscher auf Widerruf“ ist denn auch keine Analyse der zeitgeschichtlichen Lage, sondern in erster Linie eine Autobiographie. Mayer verbindet den Schauprozess in Prag also mit seinen Erinnerungen an die Zeit kurz vor dem Aufstand des 17. Juni 1953.(5) In der DDR folgte hierauf allerdings nicht sofort ein vergleichbarer Schauprozess, so Mayer weiter, obwohl es auch in dieser „Verräter“ gegeben habe. Als Grund hierfür sieht er die noch offenen Grenzen des Landes.(6) Gegen Ende seines Werkes finden die Angeklagten der Schauprozesse in Prag, aber auch in Budapest und Sofia Erwähnung. Der Autor stellt nun heraus, dass in der Berichterstattung nicht darauf eingegangen wurde, dass die meisten der Angeklagten „Juden“ waren. Mayer erinnert in diesem Zusammenhang an den Widersacher Stalins, Trotzki, der ja ebenfalls Jude gewesen sei.

Dokumente der SEDDokumente der SED

SchlussfolgerungSchlussfolgerung

Hermann MaternHermann Matern

Durchführung des BeschlussesDurchführung des Beschlusses

Das ReferatDas Referat

Hans MayerHans Mayer

Ein Deutscher auf WiderrufEin Deutscher auf Widerruf

Überführte Zionisten“Überführte Zionisten”

Die Kommentare wurden geschlossen