Die Vermittlung

Die Vermittlung der erwünschten Inhalte und Lehren aus dem Prozess gegen Horáková und Komplizen erfolgte im Rahmen einer breit angelegten Kampagne der „organisierten Öffentlichkeit“. Hierzu gründete sich im Herbst 1949 eine Kommission, die beim Justizminister angesiedelt war.(1) Auf die Entscheidungen dieser Kommission nahmen auch die sowjetischen Berater Einfluss.(2)

Die Komission griff dabei auf Erfahrungen und Personal der vorangegangenen Kampagne zum Prozess gegen Mitglieder der römisch-katholischen Kirche zurück.(3) Einige der an der Kampagne Beteiligten meldeten sich freiwillig, anderen legte man die Teilnahme aufgrund eigener „Verfehlungen“ wie dem Kontakt zu Angeklagten des Prozesses, nahe.(4)

Die Journalisten, die über den Prozess berichteten, wurden direkt vom Justizministerium instruiert und mussten ihre Artikel und Kommentare zur Genehmigung vorlegen. Jede Redaktion wählte einen Redakteur, der für die gesamte Berichterstattung über den Prozess zuständig war.(5) Für den Rundfunk entstand, ebenso wie für die Printmedien, eine eigene Unterkomission.(6) Pressemeldungen und Rundfunkübertragungen wurden nicht nur privat konsumiert, sondern die Aufgabe der Kreisverbände der KSČ bestand u.a . darin, die Berichterstattung in Betrieben und andernorts zu verbreiten und das gemeinschaftliche Anhören der Rundfunkübertragungen zu organisieren.(7)

Die Vorträge über den Prozess, die als Diskussionsveranstaltungen im ganzen Land stattfanden, wurden zentral geplant.(8) Auch die Resolutionen, die als Reaktionen auf die Vorgänge im Gerichtssaal zu Tausenden ge- und unterschrieben wurden, standen im Zusammenhang mit der zentral gesteuerten Kampagne. Es lässt sich jedoch nicht mit Bestimmtheit sagen, wer aus Angst und wer aus Überzeugung unterzeichnete.(9)

In den Schulen wurden auf Anregung des ZK der KSČ kleinere Unterrichtseinheiten abgehalten, in denen die Lehrkräfte den Kindern den Prozess erklärten und Resolutionen geschrieben wurden. Aber auch Kinderzeitschriften wie der Pionýr (Pionier) beteiligten sich an der Kampagne.(10)

VorträgeVorträge

Rudé PrávoRudé Právo

Eugénie CottonEugénie Cotton

Raymonde DienRaymonde Dien

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