Berichterstattung in der DDR

Die DDR-Presse widmete dem Prozess gegen Milada Horáková und Komplizen keine grosse Aufmerksamkeit. Während der Dauer des Prozesses erschienen lediglich einige kleinere Nachrichten zu dessen Verlauf, die in sachlichem Stil das Geschehen vor dem Prager Staatsgerichtshof wiedergaben. Erst in den Wochen nach dem Prozess erschienen zwei längere Artikel.

Der erste der beiden längeren Artikel zum Prozess erschien am 16.06.1950 im Neuen Deutschland. Hierin erläuterte Rudi Wetzel die Hintergründe der vermeintlichen Verschwörung und bettete sie in den Kontext der Machtkämpfe ein, die die KSČ bis zum Februar 1948 ausgefochten hatte, aber auch in die weltpolitische Gesamtlage. Die Lehren, die aus dem Prozess zu ziehen seien, waren in der DDR dieselben wie in der ČSR: Wachsamkeit und Arbeit für den Frieden – also Anstrengungen im Aufbau des Sozialismus.

Der zweite längere Artikel erschien zwei Tage später, am 18.06.1950, in der Berliner Zeitung unter dem Kürzel „R.W.“. Dieser Artikel bestand hauptsächlich aus der Übersetzung eines Auschnittes aus dem Schlussplädoyer der Staatsanwältin Brožová, die durch einen kurze Einführung in die Thematik ergänzt wurde. Auch hier ging es hauptsächlich um die beiden aus dem Prozess zu ziehenden Konsequenzen Wachsamkeit und Fleißss bei der Erfüllung der anstehenden Aufgaben.

Der 18.06.1950 war ein Sonntag, und so lag dieser Ausgabe der Zeitung auch die illustrierte Beilage Woche im Bild bei. Auch hier wurde das Thema der Propagandakampagne, die den Prozess begleitete, aufgegriffen, allerdings kein direkter Bezug zum Prozess genommen.

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Woche im BildWoche im Bild

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