Horáková und Komplizen

Der Prozess gegen Milada Horáková und Komplizen war der erste politische Prozess in der ČSR, an dessen Vorbereitung sowjetische Berater federführend beteiligt waren. Während der Vorbereitung suchten sie nach Verbindungen zu Allan Dulles und damit zu Noel Field, der bereits im Prozess gegen Lászlo Rajk in Ungarn und später auch im Prozess gegen Slánský eine grosse Rolle spielte.(1) An der Vorbereitung des Prozesses gegen Horáková und Komplizen waren mit Karel Šváb und Rudolf Slánský auch spätere Angeklagte des zweiten großen Schauprozesses in der ČSR beteiligt.

Er begann am 31. Mai 1950 vor dem Staatsgerichtshof in Prag und umfasste acht Verhandlungstage. Angeklagt waren dreizehn (führende) Mitglieder der Oppositionsparteien bzw. diesen nahestehende Personen. Auch wenn der Prozess konstruiert war, waren nicht alle Anklagepunkte frei erfunden. Milada Horáková, Josef Nestával, Zdeněk Peška und weitere Mitglieder der volkssozialistischen Partei ČSNS bemühten sich im Geheimen tatsächlich um die Einigung der Opposition im Lande, was unter den gegebenen Umständen eine illegale Handlung darstellte; ähnlich verhielt es sich mit den von Kalandra und Pecl ins Ausland geschmuggelten Informationen. Jan Buchal plante tatsächlich einen Putsch, wenn auch auf nicht besonders realistische Art und Weise. Ausgangspunkt des Prozesses waren die geheimen Treffen der Oppositionspolitiker, die der StB auffielen, die über ihre Spitzel auch von den Plänen Buchals erfuhr, sowie ein Memorandum der Opposition, das auf der Konferenz der US-amerikanischen Botschafter in Europa aufgetaucht war.

Während des Prozesses hielten sich alle Angeklagten an den vorher festgelegten Wortlaut ihrer Aussagen. Sie machten jedoch Gebrauch von anderen Ausdrucksmöglichkeiten wie Ironie und Sarkasmus. Einige wurden mit der Todesstrafe bedroht, für den Fall, dass sie vom Skript abweichen würden. Sämtliche Berufungsanträge und Gnadengesuche nach dem Urteil vom 08. Juni 1950 wurden abgelehnt. Horáková, Buchal, Pecl und Kalandra wurden zum Tode verurteilt, die übrigen erhielten Haftstrafen zwischen fünfzehn Jahren und lebenslänglich verurteilt, die größtenteils noch durch Geldstrafen ergänzt wurden.

Dem Prozess gegen Horáková und Komplizen folgten eine Reihe von Begleitprozessen. Insgesamt wurden in diesen 639 Menschen angeklagt, von denen insgesamt nur 21 freigesprochen wurden. Es fielen zehn weitere Todesurteile, 48 Angeklagte wurden zu lebenslänglicher Haft verurteilt. Die Gesamtlänge der übrigen verhängten Freiheitstrafen belief sich auf insgesamt 7830 Jahre.(2)

Milada HorákováMilada Horáková

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