Vyšinskij vs. Bucharin

Andrej J. Vyšinskij war während der Moskauer Schauprozesse Generalstaatsanwalt der UdSSR und Hauptankläger. Er konnte als Richter bereits in früheren Schauprozessen, etwa dem Šachty-Prozess von 1928, einschlägige Erfahrungen sammeln. Als Chefankläger verfasste er für alle Moskauer Prozesse die Anklageschriften. Josef Stalin, den Vyšinskij angeblich schon im zaristischen Gefängnis während der Inhaftierung kennenlernte, überprüfte und bestätigte diese persönlich. Die Prozesse sollten eine Aufführung sein, in welcher die Angeklagten die Rollen von geständigen Verschwörern einnehmen sollten. Vyšinskij diente dabei als Stichwortgeber, um diese Geständnisse zu „entlocken“. Seine Behandlung der Angeklagten war aggressiv und abwertend. Sie wurden durch den Generalstaatsanwalt kriminalisiert, mit “Bestien verglichen und als „Verbrecher“ und „Abfall“ bezeichnet.

Es ging bei den Prozessen also weniger um die Aufklärung von Verbrechen als vielmehr darum, durch Geständnisse öffentlichkeitswirksam eine „Bande von Verschwörern“ zu entlarven. Damit sollte es möglich sein, die Angeklagten als Gruppe zu verurteilen. Vyšinskij sprach in diesem Zusammenhang treffenderweise mehrfach vom “Abreißen der Masken”.

Vyšinskijs PlädoyerVyšinskijs Plädoyer

Bucharin über seine VerantwortungBucharin über seine Verantwortung

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