Vermittlung

Die Moskauer Schauprozesse wurden unter anderem mit Hilfe der Presse einer breiten Öffentlichkeit vermittelt. Hierbei standen vor allem die Angeklagten und die ihnen unterstellten Verbrechen im Vordergrund. Bereits 1936 gab es in der Presse eine große Zahl an Leserbriefen, in denen sich deren Verfasser über die Angeklagten als “Mörderbande” empörten und härteste Strafen für diese forderten. Die Briefe sind sich vom Inhalt her sehr ähnlich, jedoch enthält jeder einen anderen Absender(1), wodurch dem Leser vermutlich Authentizität vermittelt werden sollte.

Die Prozessberichterstattung richtete sich aber nicht nur an die Sowjetbürger. So wurde während des zweiten Moskauer Prozesses 1937 in der Sowjetunion eine Sonderausgabe der englischsprachigen Zeitung Moscow News veröffentlicht, die es auch denjenigen, die der russischen Sprache nicht mächtig waren, ermöglichte, die sowjetische Version der Prozessinhalte zu erfahren.

Karikaturen, Plakate und der Film waren weitere Mittel, die Angeklagten und ihre vermeintlichen Verbrechen öffentlich zu zeigen. Häufig finden sich Karikaturen, die die Angeklagten auf groteske Weise mit faschistischen Symbolen versehen darstellen, oft mit Leo Trotzki im Mittelpunkt.

Die Sowjetbürger konnten die öffentliche Präsentation der Prozesse aber nicht nur in Text und Bild verfolgen. Außerhalb der Redaktionen gab es Versammlungen von Arbeitern, bei denen Redner ihr Publikum über die Verbrechen der Angeklagten aufklärten und die Teilnehmer per Handzeichen ihre Souveränität gegenüber dem sowjetischen Staat bekundeten. Massenmedial vermittelte Bilder dieser Versammlungen sollten der Bevölkerung zeigen, wie sich das gesamte sowjetische Volk angesichts der durch den Prozess aufgedeckten Verbrechen gegen die im Geheimen agierenden Verschwörer zusammenschließe. Der sowjetische Bürger war dazu verpflichtet, die sowjetische Sache offen und mit lauter Stimme zu vertreten.(2)

PlatzhalterTollwütige Hunde

PlatzhalterBlutige Banditen

Pionerskaja PravdaPionerskaja Pravda

Vor den ArbeiternVor den Arbeitern

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