Kampagne

In diesem Prozess waren die Massen ein wichtiger Protagonist. Unmengen von Broschüren, Zeitungsartikeln sogar Büchern über die Sozialrevolutionäre, ihre Aktivitäten von, während und nach der Revolution, ihr Programm und das Geschehen während des Prozesses wurden verfasst, populär aufbereitet und herausgegeben. Auch Filme wie etwa Der Prozess gegen die rechten SR von Dziga Vertov wurden produziert. Im Haus der Gewerkschaften konnte man neben dem Säulensaal die Ausstellung „Die Verbrechen der rechten Sozialrevolutionäre gegen die Arbeiterschaft des sowjetischen Russlands in Fotos und Dokumenten“ betrachten. Plakate und Postkarten mit ähnlichem Inhalt – auch gegen die ausländischen Verteidiger – wurden gedruckt. Dichter, wie Vladimir V. Majakovskij und Demjan Bednyj (Efim A. Pridvorov) sowie Karikaturisten und Plakatkünstler, wie Viktor N. Deni und Boris E. Efimov lieferten Gedichte, Karikaturen und Plakate für die Parteizeitungen Izvestija und Pravda. Außerdem wurden die Massen zu Aufklärungsseminaren und Demonstrationen aufgerufen. Jeden Tag wurde während der Pause in den Betrieben über den Ablauf des Verfahrens berichtet. Die Seminare setzten sich nach dem Ende des Verfahrens fort.

Eine große Menge von Arbeiterinnen und Arbeitern, größtenteils keine Mitglieder der KP, demonstrierte vor und während des Prozesses und nahm an der Hetzkampagne teil. Deren Höhepunkt waren die großen Demonstrationen am 20. Juni, insbesondere in Moskau, wo sich dreihunderttausend Menschen versammelten und ein Teil von ihnen in den Gerichtssaal stürmte.

Angesichts dessen waren die Verteidiger der ersten Gruppe, insbesondere die ausländischen Sozialisten, fortwährenden Schwierigkeiten ausgesetzt. Nicht nur in Form von Artikeln in der kommunistischen Presse, sondern auch, seitdem sie Russland erreichten, durch körperliche Übergriffe und sprachliche Anfeindungen seitens der Massen. „Verräter der Arbeiterklasse!“ und „Kain, wo ist dein Bruder Karl?“ stand wehend auf den Bannern der Demonstranten, „Kleinbürgerliche Sozialisten“ und „gelbe Internationale“ hieß es im Gerichtssaal.

Kino-PravdaKino-Pravda

DemonstrationDemonstration

Kurt RosenfeldKurt Rosenfeld

Roesnfelds BerichtRosenfelds Bericht

Die Kommentare wurden geschlossen