Entlarvt – Die Broschüre zum Prozess

Im Rahmen der propagandistischen Aufarbeitung des Prozesses wurde vermutlich im August 1950(1) eine Broschüre mit dem Titel Entlarvt. Die Geschichte eines aufgedeckten Riesenbetrugs durch das Amt für Information herausgegeben.(2) Entstanden ist diese unter Mitarbeit der ZKStK mit einem Nachwort von Fritz Lange, dem Vorsitzenden der Kommission. Sie war dazu gedacht, Inhalt, Verlauf und Lehren des Prozesses der Bevölkerung näher zu bringen.

Vor der Behandlung des Prozesses selbst gibt die Broschüre eine fiktive Erläuterung eines Arbeiters für seine Kollegen wieder, in der dieser sie und damit auch den Leser über die Hintergründe des Verfahrens aufklärt und so über die Rolle des Monokapitalismus belehrt.

Im Anschluss werden verschiedene Auszüge aus den Prozessprotokollen abgedruckt, welche die schwere Schuld der Angeklagten und die von ihnen begangenen Straftaten entlarven sollen. Dabei hält sich die Broschüre nicht an den stenographischen Bericht,(3) sondern verändert diesen durch Kürzungen und Ergänzungen, um die Aussagekraft zu erhöhen. Ergänzt werden die Protokollausschnitte durch Bilder von Beweisstücken und wiederholte Erläuterungen, welche die Fragmente in den Gesamtkontext einbinden.

Im Anschluss daran folgt ein Auszug aus dem Urteil, in dem die verhängten Strafen gegen die Angeklagten aufgeführt sind. In der Erörterung wird die Schuld der Angeklagten unter Verweis auf ihre kapitalistischen „Hintermänner“ für den Leser noch einmal zusammengefasst. Dazu vermitteln Fotos aus dem Gerichtssaal einen optischen Eindruck von der Gerichtsverhandlung.

Die Broschüre endet mit einem Nachwort von Fritz Lange, in welchem dieser erklärt, wie es zu der Sabotage kommen konnte und wie sich die DDR in Zukunft davor schützen könne: nämlich durch die höhere Wachsamkeit jedes Einzelnen.

EntlarvtEntlarvt

Das Herwegen-VerhörDas Herwegen-Verhör

Todfeind MonopolkapitalismusTodfeind Monopolkapitalismus

Die Kommentare wurden geschlossen