Im Rundfunk

Das Radio war zur Zeit des Prozesses das weitverbeiteste Unterhaltungsgerät in der DDR.(1) Im sozialistischen Teil Deutschland sollte der Rundfunk nach Walter Ulbricht zur „Erziehung der Menschen zum Aufbau des Sozialismus“ beitragen.(2) Um dies durchzusetzen wurde 1952 ein „Staatliches Rundfunkkomitee“ geschaffen, welches nach außen hin dem Ministerrat angehörte, aber faktisch dem zuständigen Zentralkomitee-Mitglied für Agitation unterstand. Das Radio war in der DDR somit zentralistisch, nach sowjetischem Vorbild organisiert.(3) Zwar wurde das Radiowesen mehrmals umstrukturiert und die stalinistische Struktur nach den Ereignissen des 17. Juni aufgegeben, dennoch änderte sich nichts an der staatlichen Organisation und seiner Sprachrohr- Funktion.(4)

Im Rundfunk gab es an zwei der drei Hauptverhandlungstage eine jeweils halbstündige Sondersendung, für die als verantwortlicher Redakteur Dieter Mendelsohn zeichnet. Die Vernehmungen der Angeklagten und einiger Zeugen durch Richter und Staatsanwaltschaft wurden von einem nicht namentlich genannten Moderator propagandistisch vorgestellt.(5) Dieser versuchte, mit seinen Kommentaren die Informationen zu verdichten und zu dramatisieren, sodass Ängste in der Bevölkerung geweckt und Klischees bedient werden konnten. Es wurde nicht am selben Tag berichtet, sondern immer am Folgetag. Die Beiträge wurden durch die Sender Berlin I und II sowie auch deutschlandweit durch den Deutschlandsender übertragen.(6)

Dunkle VergangenheitDunkle Vergangenheit

Eckstein und der DGBEckstein und der DGB

Zaristische KräfteZaristische Kräfte

Schlusswort des 1. TagesSchlusswort des 1. Tages

PlatzhalterDie Urteilsverkündung

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