In Presse und Wochenschau

Die Medialisierung in der DDR erfolgte über alle damals verfügbaren Medien. In den Zeitungen, alle dem Zentralkomitee der SED unterstellt, wurde täglich auf der Titelseite über den Prozess berichtet. In der Neuen Zeit wurde zusätzlich auf der dritten Seite ausführliche Informationen und Teile der Befragungen von Angeklagten und Zeugen abgedruckt. Besonders auffällig ist, dass in fast jeden Artikel von der Vorbereitung eines „Bruderkrieges“, des dritten Weltkrieges, vom Westen aus die Rede ist. Die Angeklagten sind also nur stellvertretend für westliche Institutionen, wie den Forschungsbeirat und in letzter Konsequenz die Regierung der BRD, angeklagt. Nicht die Verbrechen des Einzelnen standen in diesem Prozess im Vordergrund, vielmehr wurde die Mitgliedschaft in bestimmten oppositionellen Organisationen kriminalisiert.

Die Kino-Wochenschau Der Augenzeuge – das Gegenstück der Neuen Deutschen Wochenschau in der BRD – berichtete ebenfalls über den Schauprozess. Wie in den anderen Medien, so wurde auch hier die Schuld der Angeklagten übertrieben dargestellt. Die Rede war von „Angeklagten, die neue Anschläge gegen die Lebensinteressen unseres Volkes vorbereiteten“. Auch in diesem Fall wurde auf die Volksbefragung zum EVG-Vertrag hingewiesen. Was in diesem Medium hinzukommt, ist die düstere und dramatische Musik, die an einen Hitchcock-Film erinnert. Als Hintergrund verstärkt sie das Gefühl der Unsicherheit, das den DDR-Bürgern vermittelt werden sollte. Dadurch wurde der Bevölkerung der Prozess als Schutzmaßnahme präsentiert.

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